Partnersuche in verschiedenen Lebensstadien und Freundschaften
Hat sich zuvor das Hauptaugenmerk auf die Kinder verlagert, so sieht man sich selbst und auch den – oftmals sehr unterschiedlichen Partner – wieder ganz realistisch. Daher erklärt sich auch, weshalb viele Partnerschaften sozusagen „in der Mitte des Lebens“ (manche sagen auch Midlife-Krise dazu, wobei jede Krise auch eine Chance in sich beinhaltet, etwas zu verändern) entweder in die Brüche gehen oder eine ganz andere Richtung einschlagen (z.B. mit ständigen Aussenbeziehungen). Bei aller „Schönrederei“ sei hier eines festgestellt: in einer funktionierenden Partnerschaft, in der sozusagen nichts fehlt, wird nicht fremd gegangen. Leider machen sich hier einige etwas vor. Und es ist auch nicht so, daß man nach einem Seitensprung oder einer Affäre wieder ohne weiteres ins alte Leben zurückkehrt. Es fehlt einfach etwas und viele suchen dann immer wieder das was fehlt bei jemand anderem. Jedenfalls ist die Partnersuche ein sehr komplexes Gebiet. Es gilt dabei Vieles zu berücksichtigen. Grundsätzlich kann aber davon ausgegangen werden, daß man in jungen Jahren, also vor Familiengründung, andere Partner bevorzugt als in fortgeschrittenerem Alter. Später geht es eben darum, einen Lebensgefährten zu haben, der viele (wenn auch nicht alle) Interessen mit einem teilt, mit dem man über viele Themen sprechen kann. Man sucht also sozusagen Gleichgesinnte. Dass ein Mensch allein dieses meist breite Spektrum nicht abdecken kann, das ist wiederum auch jedem vernünftig denkenden Menschen klar. Ideal ist ein Partner, der viele Hobbies und Interessen teilt und daneben noch ein grosser oder auch kleinerer Freundeskreis (je nach Bedarf und persönlichen Vorlieben), mit dem man die Dinge, die mit dem Partner nicht möglich sind, erleben und besprechen kann. Damit erfolgt dann auch keine ausschliessliche Fixierung auf den Partner, die nicht wirklich wünschenswert ist, schon alleine deshalb, weil meist ein Partner irgendwann einmal vor einem selbst stirbt oder sich trennt und man dann eventuell wieder komplett allein dastehet, wenn man gar keine Freunde hat. Auch sind Lebensgefährten meist damit überfordert, wenn sie der einzige Lebensinhalt des anderen sind, und ergreifen irgendwann einmal die Flucht, wenn es ihnen zu viel wird und sie die Ausschliesslichkeit und Einengung einer solchen Beziehung nicht mehr ertragen. Der Zurückgelassene sollte dann nicht sämtliche Schuld auf den „bösen Ausbrecher“ schieben, sondern den eigenen Anteil am Scheitern der Beziehung betrachten. Nicht, indem man sich mit Selbstvorwürfen zerfleischt, sondern indem man versucht, ganz realistisch und klar zu sehen, woran es gescheitert ist. Habe ich ein eigenes Leben geführt? Oder habe ich vom Partner vielleicht verlangt, mir sämtliche Wünsche von den Augen abzulesen, mich „glücklich zu machen“, mich ständig „auf Händen zu tragen“? Krass gesagt: war der Partner für alles verantwortlich, was mir passierte – sowohl für mein Glück als auch für mein Unglück? Habe ich zu sehr „geklammert“? Oder waren meine Wünsche durchaus realistisch? Habe ich nicht zu viel verlangt? Und war mein Expartner vielleicht einfach nicht der/die Richtige für mich? Vielleicht habe ich mich auch verändert, habe wieder alte Interessen entdeckt und dadurch erkannt, daß etwas fehlt? Vielleicht war mein bisheriger Partner damit überfordert? Fragen über Fragen…. letztlich kann nur jeder einzelne sie für sich beantworten! Und erst nachdem man mit sich selbst wieder ins Reine gekommen ist und seine eigenen klaren Wünsche formuliert hat, dann ist es sinnvoll, sich wieder neuerlich auf Partnersuche zu begeben. Eben, um nicht wieder die gleichen Fehler von Vornherein zu machen und genau in dieselbe „Liebesfalle“ wie vordem zu tappen. Zu empfehlen sei jedenfalls jedem, der sich wieder auf die „Pirsch“ begibt: nicht auf Freunde und Freundinnen vergessen! Abgesehen davon, daß sich diese dann ausgenützt vorkommen, wenn ein neuer Partner auf den Plan tritt und man plötzlich überhaupt keine Zeit mehr für sie hat, obwohl man zuvor doch zumindest 1x wöchentlich (oder auch öfters) etwas miteinander unternommen hat, ist deutlich abzusehen, daß diese dann auch nicht wieder von Null auf Hundert zur Verfügung stehen werden, sollte sich die neue Partnerschaft nicht als das entpuppen, was man sich von ihr erwartet hat. Die traute Zweisamkeit, das Nicht-genug-voneinander-Bekommen in der Anfangsphase der Verliebtheit, weichen irgendwann zumindest teilweise den Anforderungen des Alltags und irgendwann wird einem auch in einer neuen Beziehung wieder klar, was fehlt. Diese fehlenden Anteile können dann, wenn sie nicht zu grosse bzw. essentielle Anteile sind, mittels einem passenden Freundeskreis sehr gut kompensiert werden und dadurch fehlt wiederum in der Partnerschaft nichts. Das ist der Garant für eine funktionierende Beziehung auf lange Sicht. Also überlegen Sie es sich gut, wenn Sie jemand Neuen kennenlernen, ob sie sämtliche Freunde zugunsten der neuen Beziehung aufgeben bzw. total vernachlässigen oder ob sie doch lieber Ihre bisher treuen und oftmals langjährigen Weggefährten behalten möchten. Seien Sie vorsichtig, wenn der neue Partner von Ihnen verlangt, Ihr Leben ausschliesslich nach ihm zu richten. Sie könnten es mit einem sehr grossen Egoisten zu tun haben, dem Sie es vermutlich nie wirklich Recht machen können, egal was sie tun. Zusammengefasst lässt sich sagen: lassen Sie sich ruhig auf das Risiko einer neuen Partnerschaft ein! Es könnte die Chance Ihres Lebens auf dauerhaftes Glück bedeuten. Aber vergessen Sie dabei nicht auf Ihre alten Freunde, diese sind für Sie da, wenn etwas fehlen oder schief gehen sollte – denn sonst wären sie keine wahren Freunde! Geniessen Sie das Glück mit dem neuen Partner, den belebenden Sex und lachen und weinen Sie weiterhin mit Ihren Freunden – es wird Ihnen gut tun!